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Aktuelles aus Friedberg

Seit März 2016 hat die interdisziplinäre Frühberatungsstelle für Kinder mit Sehbehinderung oder Blindheit an der Johann-Peter-Schäfer-Schule in Friedberg ihr Angebot erweitert. Neben der erfolgreich etablierten Einzelförderung der Kinder und Beratung der Eltern und Kindertagesstätten bietet die Frühförderung nun auch wieder regelmäßig Gruppenangebote an, welche von Seiten der Familien sehr gut angenommen werden.

Wintertreff

Im Dezember ist es soweit. 8 Frühförderkinder kommen mit ihren Eltern und teilweise tatkräftig unterstützt durch Bruder, Schwester oder die Großeltern zum Jahresausklang nach Friedberg.

Die Gymnastikhalle der Johann-Peter-Schäfer Schule verwandelt sich an diesem Nachmittag in einen Raum zum Toben, Singen und Genießen.

In einer musikalischen Begrüßungsrunde stellt sich jedes Kind, teilweise mit Hilfe eines Talkers, auf den sein Name gesprochen wird, vor und wird von allen anderen fröhlich begrüßt und besungen.

Glöckchen klingeln in unseren Ohren und wer das Lied ‚Kling-Glöckchen‘ bis jetzt noch nicht kannte, der weiß augenblicklich wie es sich anhört.

Dass der Schnee bislang auf sich hat warten lassen, ist heute zweitrangig. Wir besitzen alle reichlich Fantasie und so lässt sich wunderbar auf einer einfachen Decke eine Schlittenfahrt imitieren. Zu Musik geht es sitzend oder liegend im Einzel- oder Doppelschlitten kreuz und quer durch die Halle. Zwischendurch wird die Fahrt rasanter, der Wind weht einem um die Nase und wir müssen eine Vollbremsung machen. Die ‚Zugpferde‘ haben allerhand zu tun, denn der Spaß ist groß und eine Runde nach der anderen wird eingefordert.

Irgendwann ist eine Pause dringend notwendig. Und was passt zu einem Winterausflug, an dem man sich so richtig verausgabt hat? Genau! Ein Schluck leckerer Kakao oder Kinderpunsch ist jetzt genau das Richtige. Dabei lässt sich gut verschnaufen und wieder zu Kräften kommen.

Doch was ist das? Plötzlich steigt uns passend zu einem kleinen Weihnachtsgedicht der Duft von Mandarinen, Lebkuchen und Zimt in die Nase. Die angebotenen Walnüsse fühlen  sich im Gegensatz zu den glatten Äpfeln ganz rau und hart an. Sie sind so klein, dass sie fast komplett in einer Hand verschwinden. Mit Hilfe des Nussknackers werden sie mit vereinten Kräften geknackt und anschließend probiert. Auch die Äpfel werden angeknabbert. Hm, schmecken die gut und duften herrlich. Da möchte man am liebsten gleich nochmal abbeißen.

Für diejenigen unter uns, die sich jetzt wieder gut gestärkt fühlen, gibt es kein Halten mehr. Rutsche und Klettermöglichkeiten laden zum Toben ein.

Und wer es lieber etwas ruhiger haben möchte, der kann in einer Snoezelhöhle aus weißen Laken ein Lichterspiel bestaunen, entspannten Musikklängen lauschen oder sich hin und herwiegen lassen.

Der Nachmittag mit Erfahrungsaustausch für die Eltern und zahlreichen sinnlichen Erfahrungen für die Kinder neigt sich dem Ende zu. Es werden noch ein paar Tütchen mit den heutigen Leckereien gepackt, um zu Hause mehr davon zu genießen oder andere Familienmitglieder und Freunde an den tollen Erfahrungen teilhaben zu lassen.

Dann heißt es ‚alle Leut‘ geh’n jetzt nach haus‘ und wir sagen Tschüss bis zum nächsten Mal!

Autor     S. Möck (Frühförderung Friedberg)

 

Schwimmtreff

Zunächst starteten zwei jeweils altersgleiche Gruppen von bis zu 7 Kindern und nutzten bis zum Herbst die verschiedenen Therapiebecken im Schwimmbad der Schule.  Mit Unterstützung von zwei Frühförderinnen und in Begleitung ihrer Eltern erkundeten die Kinder fernab des Trubels öffentlicher Badeanstalten die für Schwimmbäder charakteristischen Räumlichkeiten wie z.B. Umkleidekabine und Großraumduschen. Sie sammelten erste Erfahrungen mit den für Schwimmbäder typischen Gerüchen und Geräuschen und lernten spielerisch und mit viel Spaß das für sie teilweise neue Element Wasser kennen. 

Zu Beginn der kalten Jahreszeit wurde dann das Angebot gewechselt, so dass seither monatlich für die zwei Gruppen Spielkreise stattfinden. Dabei werden die verschiedenen Wahrnehmungs- und Bewegungsräume der Johann-Peter-Schäfer Schule genutzt.  Für die Kinder gibt es so die Möglichkeit neben verschiedenen kleineren Wahrnehmungsangeboten auch ein großes Licht- und Klangpodest, verschiedene Klangwände, die bei Geräuschen Lichtimpulse geben, ein großes Bällebad, das auch von mehreren Kindern gleichzeitig genutzt werden kann oder auch ein großes Wackelbrett auszuprobieren. Eine weitere Attraktion ist unser Sehförderraum. Dieser Raum ist komplett abgedunkelt und bietet dadurch spezielle intensive Lichtangebote, wie Schwarzlicht oder verschiedenste Lichteffekte aber auch Angebote am Lichtkasten. Bei Sing- und Bewegungsspielen sowie Angeboten zur Wahrnehmungsförderung steht das freudige Erleben im Vordergrund. Dazu werden immer wieder jahreszeitliche Themen aufgegriffen. Im Herbst gab es zum Beispiel ein großes Planschbecken gefüllt mit getrockneten Blättern, Kastanien und Nüssen. Es gab ausreichend Platz, sodass die Kinder im Blättermeer „abtauchen“ konnten. Sie lauschten dem  Rascheln der Blätter, warfen diese ausgelassen in die Luft, atmeten tief den würzigen Geruch des Laubs oder ertasteten ausgiebig die darin versteckten Herbstfrüchte.

Während die Eltern bei den Treffen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch nutzen, knüpfen die Kinder – teilweise zum ersten Mal – Kontakte zu anderen Kindern mit einer Sehbeeinträchtigung. Es sind sogar erste feste Freundschaften unter den Familien entstanden

 

Besuch auf dem Bauernhof Buchwald

Am 6. Mai 2017 besuchten 13 Familien mit ihren Kindern den Bauernhof Buchwald in Nidderau. Der Ökobetrieb fungiert seit vielen Jahren auch als Lernbauernhof und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder mit der ökologischen Landwirtschaft und den tierischen Bewohnern des Hofes vertraut zu machen. Die kleinen Besucher aus unserer Frühberatungsstelle waren natürlich besonders an den Tieren interessiert und wurden liebevoll begleitet von den Besitzern des Hofes sowie Mitgliedern des Freundeskreises Hof Buchwald durch die Ställe und zu den Weiden geführt.

Es gab große Rinder zu bestaunen, die sogar mit Heu gefüttert werden konnten. Endlich gab es einmal die Möglichkeit, einer Kuh tief in die Augen zu schauen und sie aus nächster Nähe zu betrachten, ihre raue Zunge an der Hand zu spüren und dem lauten Muhen zu lauschen. Ein kleiner Junge geriet ganz aus dem Häuschen und rief voller Begeisterung „Auf zur nächsten Kuh, auf zur nächsten Kuh!“. Aber nach den Rindern ging es weiter in den Schweinestall. Dort wurden die Kinder mit fröhlichem Grunzen von den Schweinen empfangen und erfuhren, dass Schweine ebenso wie sie zuhause ihren Stall aufteilen in einen Platz zum Schlafen, einen zum Essen sowie ein Klo. Die Kinder hatten die Möglichkeit das Stroh, welches den Schweinen als Bett dient, zu ertasten und merkten, dass dies nicht so weich ist wie ihr eigenes kuscheliges Bett.

Bei der Entdeckungstour über den Hof kamen die Kinder auch am Abstellplatz der Traktoren vorbei und durften diese genauer inspizieren, um z.B. festzustellen, dass der Umfang der Traktorräder größer ist als die eigenen weitausgestreckten Arme. Manch einer durfte sogar voller Stolz auf dem Fahrersitz eines Traktors Platz nehmen.

Die Ziegen auf ihrer Weide lockten die Kinder mit Zweigen an, von denen die hungrigen Vierbeiner die Blätter abfraßen. Bei dieser Gelegenheit ließ sich manche Ziege auch über ihr kurzes, kräftiges Fell streicheln oder machte mit ihrem markanten Meckern auf sich aufmerksam.

Zum Abschluss der Hofführung wurden die Hühner in ihrem großen Freilauf besucht und durften mit Körnern gefüttert werden. Das war ganz nach dem Geschmack der jungen Besucher und der Hühner. So griff ein Kind voller Tatendrang in die mit Körnern gefüllte Kinderschubkarre und fütterte das gackernde Federvieh nach eigener Aussage mit „Müsli“. Ein kleines Mädchen nutzte die Gelegenheit und hielt zum ersten Mal in ihrem Leben ein Huhn auf dem Schoß. Vorsichtig und mit einem glücklichen Lächeln vergrub sie ihre Hände in dem weichen Federkleid.

So hielt die Erkundung des Hofs Buchwald für jeden der kleinen Besucher eine Überraschung und neue Eindrücke parat. Es war ein schönes gemeinsames Erlebnis und wird sicher nicht der letzte Besuch unserer Frühberatungsstelle auf dem Lernbauernhof Buchwald gewesen sein!       

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