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Profil

Wer ist Johann Peter Schäfer

Johann Peter Schäfer wurde als neuntes Kind des Pächters und Kleinbauern Johann Heinrich Schäfer in der Obergasse 16 in Altenstadt geboren. Der Vater starb 1814, noch bevor sein Sohn ein Jahr alt wurde. Von seiner Mutter, Dorothea geb. Geiß aus Büches, erhielt der Halbwaise eine fromme religiöse Prägung.

1844 heiratete Johann Peter Schäfer die Lehrerstochter Henriette („Jettchen“) Anthes (* 6. Oktober 1816 in Erda, † 2. Juni 1899 in Friedberg) aus Lich.[1] Ihnen wurden zehn Kinder geboren. Einer seiner sechs überlebenden Kinder war der spätere Pastor Theodor Schäfer.

 

Seine Unzufriedenheit mit der pädagogischen Situation an der Friedberger Taubstummenschule sowie seine Überzeugung, dass Blinde erheblich benachteiligter seien als Taubstumme, bewogen Schäfer, „mit Gottes Hilfe eine Blindenanstalt zu gründen“.[14] Hierzu setzte er im Juli 1849 einen Aufruf in der Darmstädter Zeitung, man möge ihm für die Schule infrage kommende Personen benennen. Innerhalb eines Jahres kamen 30 Anmeldungen zusammen, überwiegend aus vermögenslosen Verhältnissen.[16] Seine Bitte um Spenden erbrachten ein Anfangskapital von 640 Gulden.

 

Den Anfang machte Schäfer, indem er am 8. April 1850 einen ersten achtjährigen blinden Knaben in den Haushalt seiner Familie im Wohnhaus auf dem Burggelände (in der Nähe des Adolfsturmes) aufnahm. „Der Unterricht findet im I. Stock des Hauses der Gebr. Falck statt.“] Dieser Herzensaufgabe widmete er sich von nun an ganz, nachdem er zum Ende des Jahres 1850 seine Stellung als Taubstummenlehrer aufgegeben hatte. Seinen Plan, ein eigenes Gebäude für diese Zwecke zu bauen, konnte er schon bald verwirklichen. Am 15. April 1851 wurde auf dem Grundstück Kaiserstraße 136 der Grundstein hierfür gelegt, am 30. Oktober 1851 konnte die Blindenanstalt eingeweiht werden.

Schäfers Pädagogik war wegweisend. Er verhalf der in Deutschland noch wenig bekannten Brailleschrift zum Durchbruch, gab den Schülern Zeit zu turnen (und die nötigen Anlagen und Ausstattung dazu) und richtete einen „Blindenladen“ ein, in dem die von ihnen handwerklich gefertigten Waren verkauft wurden. Ihm ging es darum, blinde Jugendliche so zu fördern, dass sie durch ihrer Hände Arbeit zu ihrem Lebensunterhalt beitragen konnten. Dies war zu Schäfers Zeit alles andere als selbstverständlich; mancherorts meinte man noch, sich mit – der Name ist bezeichnend – „Bewahranstalten“ begnügen zu können. Großen Wert legte er auf die musikalische Ausbildung seiner Schüler. Er gründete einen Schülerchor, mit dem er zahlreiche Konzertreisen unternahm.

 

Spätestens ab 1853 erhielt die Blindenschule öffentliche Zuschüsse. Diese flossen nicht zuletzt infolge von Schäfers Bekanntschaft mit Großherzog Ludwig III., der häufiger auf Burg Friedberg weilte und von Schäfers Werk beeindruckt war. Der Großherzog und vor allem Großherzogin Mathilde unterstützten Schäfer in vielerlei Weise. 1879 übernahm das Großherzogtum Hessen die Trägerschaft der Blindenschule. Die Blindenschule wurde daraufhin in „Großherzoglich Hessische Blinden-Anstalt zu Friedberg umbenannt“ (später, um 1900: „Großherzogliche Blinden-Anstalt zu Friedberg“). Johann Peter Schäfer leitete sie 44 Jahre lang, bis 1894, ab 1879 mit dem Titel „Director“. Damals war Johann Peter Schäfer bereits deutschlandweit als „Blindenvater“ bekannt und verehrt. Als er 81-jährig am 1. Oktober 1894 pensioniert wurde, „konnte Herr Director Schäfer auf 262 ausgebildete Blinde hinweisen“.

 

All diese Jahre hindurch war Schäfers Ehefrau Henriette verantwortlich für die Hauswirtschaft mitsamt dem Garten, in dem Gemüse zur Selbstversorgung angebaut wurde, sowie für die Führung des Dienstbotenpersonals.
Über seine Hauptaufgabe, die Leitung der Blindenschule, hinaus übernahm Schäfer zahlreiche ehrenamtliche Aufgaben in seiner Stadt und in den Nachbargemeinden. Er war Vorsitzender des Armenvereins zu Friedberg (und damit verantwortlich für die der kirchlichen und städtischen Fürsorge bedürftigen Mitbürger), führte die Aufsicht über das Friedberger Reservelazarett während der Kriege 1866/1867 und 1870/1871 und bewog den Friedberger Stadtrat, eine kommunale Gasanstalt einzurichten und so – als eine der ersten hessischen Städte – nachts die Straßen zu beleuchten.

 

Von 1863 bis 1900 führte Schäfer die Chronik der Stadt Friedberg, die 1913 von Christian Waas veröffentlicht wurde.

 

Am 26. Dezember 1902 starb Schäfer im Alter von 90 Jahren, damals der älteste Bürger Friedbergs.

 

(Quelle: Wikipedia)

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